Die Madruzzo-Dynastie und die Geschichte der Villa

Villa Madruzzo war die Residenz eines alten Adelsgeschlechts und liegt am Osthang der Stadt, nur vier Kilometer von der Altstadt Trients entfernt. Die im 15. Jahrhundert erbaute Villa erhielt ihren Namen von dem berühmten Adelsgeschlecht Madruzzo, aus dem zahlreiche Fürstbischöfe Trients hervorgingen.

Während des Konzils von Trient (1545-1563) war ihr Eigentümer Cristoforo Madruzzo, der in einer sowohl für die Stadt als auch für das gesamte Christentum historisch bedeutsamen Zeit Fürstbischof war. In der Villa, die damals als Sommerresidenz diente, empfing Cristoforo zahlreiche berühmte Persönlichkeiten, mit denen er diplomatische, politische und wirtschaftliche Beziehungen unterhielt. Nach seinem Tod ging die Villa an seine Nachkommen über, zuerst an Ludovico Madruzzo, der sie Fürstbischof Carlo Gaudenzio Madruzzo hinterließ. Dieser wiederum gab sie an Carlo Emanuele Madruzzo weiter.

Mit Carlo Emanuele als Eigentümer begann der vorübergehende Niedergang von Villa Madruzzo. Der Fürst verliebte sich in die Edeldame Claudia Particella, die in einer benachbarten Villa lebte. Aus diesem Grund wurde ein erfinderischer unterirdischer Durchgang gebaut, der es dem Bischof ermöglichte, seine Geliebte zu besuchen. Die Affäre blieb allerdings nicht geheim und der Papst weigerte sich deswegen, Carlo Emanuele zum Kardinal zu ernennen. Nach dem Tode des Bischofs im Jahre 1658 stand die Villa einige Jahre lang leer.

Erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Villa restauriert und konnte wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen. Zu verdanken war das dem Trentiner Unternehmer Felice Mazzurana und seinem Adoptivsohn Paolo Oss, der später Bürgermeister von Trient werden sollte.

Heute ist Villa Madruzzo ein Hotel mit angenehmer und familiärer Atmosphäre, wo die Gäste in einem zeitlos eleganten Ambiente in die Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Ortes zurückversetzt werden.